Tiny House

Mein privates Wohnprojekt.
Ziel: Ein mobiles, autarkes und einfaches Haus.
Wer möchte kann sich die Realisation hier ansehen.

Warum?

Hier vorab ein Video. Hier erkläre ich wie es zu der Idee “Tiny House” kam.

Der Anhänger

Aller Anfang dauert etwas länger. So oder so ähnlich muss ein altes Sprichwort lauten. Hab nach 12 Wochen Lieferzeit über nen unzuverlässigen Händler endlich den Trailer bei mir stehen.
Ich hab mich für den TinyHouse Trailer von Vlemmix aus den Niederlanden entschieden. Wie alles hat auch dieser Trailer Vor- und Nachteile. Ich wollte einfach eine Loft in meinem kleinen Häuschen und so mehr Raum gewinnen. Und auf diesem Anhänger ist es leichter zu transportieren als ein LKW-Anhänger. Mehr Raum dafür muss ich auf das Gewicht achtgeben.

Dann gibt es noch zwei Möglichkeiten der Zulassung für den Anhänger. Entweder als Wohnwagen komplett mit Haus zulassen oder nur den “nackten” Hänger zulassen und das Haus ist die Ladung. Bei dieser Lösung braucht kein TÜV das Haus anschauen und abnehmen, dafür muss die Ladung, ohne Werkzeug, von dem Anhänger getrennt werden können, also z. B. nicht fest verschraubt. Ich hab mich für die Ladungsvariante entschieden und wenn es zum Transport kommt, wird das Haus mit Gurten am Anhänger verzurrt, ansonsten steht es einfach nur drauf. Also wenn ich mal einen festen Platz hätte, könnte ich auch mein Haus fest abstellen und hätte den Anhänger wieder frei.

 

Der Boden

Eine diffusionsoffene Folie ganz unten und dann die Balkenlage. So kann es “atmen” und Feuchtigkeit kann nach außen durchdringen. Zwischen die Balken kommt dann noch das Dämmmaterial und dann der Fußboden.

Wände und Dach

Ich habe mir im Vorfeld schon gebrauchte Fenster und Türen über Kleinanzeigen usw. besorgt. Für alle Fenster und Türen hab ich jetzt 160,- Euro ausgegeben. Hab natürlich auch einen ungefähren Plan was ich wo was haben möchte. Allerdings hab ich keinen detaillierten Plan. Zuerst hab ich die Raumaufteilung geplant, also wo ist das Bad, das Bett, die Küche, der Ofen usw. Bei den Wänden wurde jetzt der genaue Platz für die Fenster gewählt. Dann die einzelnen Wände als Holzständerkonstruktion liegend gebaut und dann aufgerichtet. Anschließend kam dann noch ein kleiner Vorraum als Technikraum vorne auf die Deichsel mit dran.

Die Wände sind aus 12 x 6 cm dicken Balken. Das ist ziemlich schwer, dafür ist die Wandstärke mit 12 cm recht dick und das Haus dafür gut gedämmt. Es soll ja im Allgäu stehen und hier kann der Winter doch manchmal recht kalt werden. Dafür muss ich an anderer Stelle wieder Gewicht sparen.

Das Holz für den Rohbau hat mich ca. 1200,- Euro gekostet.

 

Folie?

Ich versuche das Haus mit so wenig Chemieprodukten wie möglich zu bauen. Allerdings habe ich immer die Gewichtsbeschränkung auf 3,5 t. Also Lehmwände und ein gefliestes Bad bzw. eine Küchenplatte aus Stein fallen also raus. Die moderne Lösung ist einfach leichter. Diffusionsoffene Dampfbremse – im Grunde eine Goretex Lösung für das ganze Haus. Wasserdicht von außen, dampfdurchlässig von Innen. Leider auch so teuer wie Goretex. Eine Rolle schlägt mit 250,- Euro schon ordentlich rein und ich brauch zwei davon.

Das ganze Haus wird also mit der Folie eingepackt. Dann werden die Fenster reingeschnitten und eingebaut und an den Rändern mit Klebeband abgedichtet.

 

Fenster & Türen

Diese habe ich mir schon im Vorfeld besorgt. Über Kleinanzeigen und Bekannte hab ich so alte Holzfenster und die Türen bekommen. 160,- Euro für alles.

Is schon immer wieder erstaunlich was gebrauchte Sachen, obwohl sie noch voll funktionsfähig sind, für einen niedrigen Preis bei uns haben.
Gut ich hab sie dann alle abgeschliffen und neu geölt aber für meine Arbeit muss ich na nix bezahlen.

Im Grunde hab ich dann das Haus rund um die Fenster und Türen gestaltet. 

 

Dach & Fassade

Für das Dach hab ich mich für einfaches Trapezblech aus Stahl entschieden. Vorher kommt noch eine Lattung drauf wo das Dach befestigt wird. Zudem wird es belüftet und das Haus kann atmen. Genauso macht man es für die Fassade.

Fassade tja die wollte ich zuerst im Allgäu Style aus Fichte machen. Aber nach dem rechnen was das dann wiegt, hab ich es schnell wieder verworfen. Ich habe eine relativ dicke Wandstärke (12 cm Balken) gewählt und deswegen ist der Rohbau schon recht schwer. Also muss ich an anderer Stelle Gewicht einsparen. Dann hat der Nachbar erwähnt; “Nimm doch alte Druckplatten”. Ich komm ja aus der Druckbranche und kenne das Material. Einfache Aluplatten, zwar recht dünn aber dafür leicht und besonders günstig. Und zudem hat es noch eine Verbindung mit mir, weil ich mal den Beruf des Schriftsetzers gelernt habe und wir mal eine Druckerei hatten. Holz würde mir zwar besser gefallen aber so ist es auch toll. Hat was einzigartiges. Und das Material hat mich nur 30,- Euro gekostet. Abfall in Druckereien, man zahlt nur den reinen Alupreis.